Was ist eigentlich Schulentwicklungs-Beratung?

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In einer im Februar 2022 österreichweit durchgeführten Studie wurden die Sichtweisen der an Pädagogischen Hochschulen tätigen Schulentwicklungsberater:innen im Hinblick auf Schulentwicklungsprozesse und deren Gestaltung näher beleuchtet. Erste Ergebnisse der Befragung lesen Sie hier:

Warum sich Schulen beraten lassen?

Die Welt unterliegt einem ständigen Wandel, in dessen Folge auch Schulen immer wieder vor eine Fülle an neuen Herausforderungen gestellt werden. Durch gesellschaftliche Veränderungen und dadurch entstehende neue Aufgaben, bildungspolitische Reformen wie die Einführung von QMS oder äußere Faktoren wie der Coronapandemie und der damit einhergehenden Digitalisierung entwickeln sich Schulen fortlaufend weiter. Immer mehr Bildungsstätten greifen für die Gestaltung ihrer Schulentwicklungsprozesse auf Unterstützung in Form von Schulentwicklungsberatung zurück. Für 96% der Prozesse sind sehr oft oder oft entwicklungsorientierte Gründe Anlass für diese Beratung. Schulen suchen demnach externe Berater:innen auf, weil sie sich ein Entwicklungsziel gesetzt haben, das sie mit professioneller Hilfe erreichen wollen. 

Wer sind Schulentwicklungsberater:innen?

96,5% der Schulentwicklungsberater:innen können als schulnahe bezeichnet werden, verfügen also über einen beruflichen Hintergrund als Lehrer:in, Schulleitung oder Hochschullehrende. Schulentwicklungsberater:innen weisen unterschiedlichste Qualifikationen auf. 67,9% absolvierten den Hochschullehrgang zur Schulentwicklungsberatung, 33,9% verfügen über eine Ausbildung als Coach oder Supervisor:in und 26,8 % weisen Fortbildungen in den Bereichen Organisationsentwicklung oder -beratung auf. Wie die Befragung gezeigt hat, sehen sich nahezu alle Berater:innen in der Rolle des Prozessexperten/der Prozessexpertin, deren Ziel eine erweiterte Problemperspektive ist. Die Beratung basiert auf dem Beratungswissen in Bezug auf Prozesse und Kommunikation. Berater:innen helfen der Schule bei der Diagnose ihres Problems, unterstützen die beteiligten Personen dabei, selbst Lösungen zu finden, und treten als Moderierende auf. Knapp über die Hälfte der Schulentwicklungsberater:innen betrachten sich zusätzlich als Fachexperte/Fachexpertin und sind demzufolge als Komplementärberater:in einzuordnen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass viele Berater:innen auf Basis einer systemischen Haltung als ProzessberaterIn, auch eine fachliche Beratung anbieten.

Wie beraten Schulentwicklungsberater:innen?

Ein Großteil der befragten SchulentwicklungsberaterInnen gab an, Schulen häufig oder sehr oft in einem Tandem aus prozessorientierten BeraterInnen zu beraten, während 38,5 % häufig oder sehr oft in multiprofessionellen Teams (Zusammenarbeit von Personen mit Expertise in verschiedenen Fachbereichen) beraten. Am häufigsten erstreckt sich eine Schulentwicklungsberatung über einen Zeitraum von einem Jahr bis hin zu zwei Jahren, und für die einzelnen Beratungstermine sind oft zwischen 2 und 4 Stunden anberaumt. Beratungen finden meist in den Räumlichkeiten der Schulen statt und coronabedingt teilweise auch via Videokonferenz. Schulentwicklungsberater:innen bieten systemische Beratungsgespräche an, moderieren Workshops und unterstützen wertschätzend und empathisch durch ihre Expertise im Bereich des Projektmanagements. Die Schulleitung als Auftraggeber:in hat eine besonders bedeutende Rolle und deren Haltungen und Handlungen sind ausschlaggebend für den Erfolg des Prozesses. Teile des Kollegiums (oft Steuerungsgruppen, Schulentwicklungsgruppen) und die QSK´s sind stark in den Prozess eingebunden und sehr häufig wird auch mit dem gesamten Kollegium gearbeitet. 

Was lässt Schulentwicklungsprozesse gelingen?

Als wesentliche Gelingensbedingungen für Schulentwicklungsberatung sehen Schulentwicklungsberater:innen neben der erwähnten bedeutsamen Rolle der Schulleitung, eine eindeutige Zielsetzung und Diagnose der Ausgangslage, offene Kommunikation und Transparenz, eine offene Haltung gegenüber Veränderungen im Kollegium sowie eine klare Prozessarchitektur. 

Wenn Sie Interesse an einer Beratung bekommen haben, wenden Sie sich gerne mit Ihrer Anfrage an unser Beratungszentrum!

Eva Hofbauer