Auf der Basis des konzeptuellen Rahmens des Spezialforschungsbereichs haben sich seine Mitarbeiter dazu entschieden, kurz- und mittelfristig auf drei Forschungsfelder zu fokussieren:

1. Konstruktionen religiöser und weltanschaulicher Pluralität im Bildungsbereich
2. Religiöse Vielfalt in Österreich verstehen und erklären
3. Implementierung von interreligiöser Kompetenz

 

 

1. Konstruktionen religiöser und weltanschaulicher Pluralität im Bildungsbereich

Österreich ist ein hochgradig plurales Land. Dies gilt auch (und besonders) für die Rolle von Religionen im Bildungsbereich. Dabei kann religiöse Pluralität von den Handelnden unterschiedlich wahrgenommen werden – bspw. als Bereicherung, Bedrohung oder vernachlässigbare Größe. Solche Konstruktionen religiöser Pluralität formen die Basis konkreten Bildungshandelns und sollen in unseren Projekten empirisch erhoben und analysiert werden:

 

Bildungskonzepte ‘starker Religionen’ in Österreich
Projektleitung: Karsten Lehmann
Projektpartner: Anissa M. Strommer und Halid Akpinar

Das ‚religiöse Feld‘ durchläuft in Österreich gegenwärtig ein grundlegende Veränderungsprozesse. Im Anschluss an Gabriel A. Almond, R. Scott Appleby und Emmanuel Sivan (2003) kann man hier u.a. von einer Zunahme ‚starker Religionen‘ sprechen. Es steht zu erwarten, dass solche ‚starken Religionen‘ den Bildungsbereich in Zukunft zunehmend prägen werden. Das Projekt möchte das damit umschriebene Feld genauer in den Blick nehmen: Konkret wollen wir einen ersten, fallbezogenen Überblick über in diesem Sinne ‘starke Zugänge’ zu Bildung und/oder Schule in Österreich erarbeiten. Es sollen zwei Ziele erreicht werden: Zum einen wollen wir einen ersten Überblick über die Bildungskonzepte starker Religionen in Österreich erarbeiten. Zum anderen soll das Projekt mit Blick auf Bildung und/oder Schule zu einer begrifflichen Schärfung des Konzepts der starken Religion beitragen.

 

 

Publikationsprojekte: Religiöse Vielfalt in der Zwischenkriegszeit (1918–1938)
Projektleitung: Karsten Lehmann

Im Fokus des Projektes unter der Leitung von Karsten Lehmann stehen Religion und religiöse Pluralität in der Zeit der Österreichischen Ersten Republik. An einer Vielzahl von Wiener Schulen war der Schulalltag der Zwischenkriegszeit von einem Zusammentreffen von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher christlicher und jüdischer sowie säkularer Traditionen geprägt. Im Zentrum des Projektes steht die die Perspektive ehemaliger Schülerinnen und Schüler und deren individuelle Konstruktion von religiöser Pluralität. Die zentrale Quelle bilden daher Oral-History-Interviews mit jüdischen und christlichen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Das Projekt umfasst zwei komplementäre Publikationen:

  • Eine Monographie zum Untergang religiöser Vielfalt in der Österreichischen Zwischenkriegszeit
  • Einen Sammelband zu globalen Perspektiven religiöser Vielfalt in der Zwischenkriegszeit

2023: RiE-Artikel 'A Religiously Pluralistic Milieu in Austria during the Interwar Period' von Karsten Lehmann

2023: Artikel in Transformation of Religion: 'Differentiating the Social Dimension of Religion' von Karsten Lehmann 

2023: R&E-Artikel 'Bedeutungsarmer Diskurs religiöser Vielfalt' von Karsten Lehmann

2021: BIOS-Artikel 'Individuelle Religiosität in der Zwischenkriegszeit' von Karsten Lehmann

 

 

2. Religiöse Vielfalt in Österreich verstehen und erklären

Die Arbeit des SFB soll dabei helfen, religiös plurale Situationen adäquat zu verstehen (und bestenfalls auch) zu erklären. Hierzu ist es unabdingbar, über Religion und Schule hinaus zu blicken. Das Verständnis der sozio-kulturellen Vielfalt in Österreich ist die Grundlage jeden kompetenten Handelns unter den Bedingungen religiöser Vielfalt im Bildungsbereich. In diesem Sinne legen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SFB besonderes Augenmerk auf die Analyse religiöser Vielfalt in Österreich:

 

Publikationsprojekt: Zeitdiagnostik religiöser Vielfalt in Österreich und darüber hinaus
Projektleitung: Karsten Lehmann
Projektpartner: Stadt Wien / RaT, Universität Wien

Österreich ist durch einen hohen Grad an religiöser Vielfalt geprägt. Die tragischen Ereignisse im Gefolge des 7. Oktobers 2023 haben erneut gezeigt, wie komplex und teilweise auch konfliktgeladen diese Situation ist und welche vielfältigen Konsequenzen sie für das Leben hat. Das hier vorgestellte Publikationsprojekt basiert auf einem zweitägigen, interdisziplinären und internationalen Workshop. Es möchte im Rahmen eines J-RaT-Themenheftes Input für professionelle Debatten zum Thema religiöse Vielfalt liefern.

2024: Workshop-Bericht

2024: Tagungsprogramm

 

 

3. Implementierung von interreligiöser Kompetenz

Besonders im Schulkontext (aber bei weitem nicht auf diesen begrenzt) werden gegenwärtig Formen des Umgangs mit religiöser Vielfalt diskutiert und umgesetzt. Von zenraler Bedeutung sind hierbei etwa die Debatten um 'interreligiöse Kompetenz' und 'interreligiösen Dialog'. Aus diesem Grund sehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hier einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit:

 

Global Citizenship Education als Querschnittsanliegen
Projektleitung: Sabine Zelger

Die Vereinten Nationen haben mit der Formulierung der Sustainable Development Goals (SDGs) einen weltweiten Referenzrahmen für die Auseinandersetzung mit zentralen Herausforderungen der Gegenwart geschaffen. Diese Impulse sind in ganz unterschiedlichen Bereichen aufgegriffen und diskutiert worden. Das Projekt versucht, einige dieser Impulse für die Forschung an der KPH fruchtbar zu machen. Dabei bezieht es sich ganz besonders auf das Konzept der Global Citizenship Education (GCED). Der SIR-Forschungsbereich legt besonderen Schwerpunkt auf die Rolle von Religion in diesen Zusammenhängen. 

Hier finden Sie die Website zum Projekt

 

GCEd - Programm der Diskurs-Reihe im SoSe 2025

GCEd - Programm der Diskurs-Reihe im SoSe 2024

GCEd - Programm der Diskurs-Reihe im SoSe 2023

GCEd - Programm der Diskurs-Reihe im SoSe 2022 

GCEd - Programm der Diskurs-Reihe im SoSe 2021