Forschungsprojekte (Auswahl)

Hate Speech - Wahrnehmungen Jugendlicher über Hassrede im Internet

Projektleitung: Doris Lindner
Projektmitarbeit: Sonja Gabriel
Laufzeit: 2025-2028

Das Projekt untersucht, wie Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren Hate Speech im Internet wahrnehmen, welche Erfahrungen sie damit machen und welche Strategien sie im Umgang damit entwickeln. Ziel ist es, ihre Perspektiven zu erfassen, die Rolle der Schule bei Prävention und Sensibilisierung zu analysieren und pädagogische Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dabei werden Schüler:innenauftexte und Gruppengespräche genutzt, um differenzierte Einsichten in Wahrnehmung, Reflexion und Handlungsbereitschaft der Jugendlichen zu gewinnen.


Demokratieverständnisse Jugendlicher in Österreich

Projektleitung: Doris Lindner
Projektmitarbeit: Jürgen Bauer, Astrid Laiminger, Katrin Vlcek, Sonja Wodnek
Laufzeit: 2024-2027

Das Projekt untersucht, untersucht, wie Jugendliche in Österreich Demokratie subjektiv verstehen, erleben und bewerten. Im Fokus stehen unterschiedliche soziale Hintergründe, schulische Erfahrungen und gesellschaftliche Kontexte, die ihre Wahrnehmungen und politischen Orientierungen prägen. Besonders berücksichtigt werden marginalisierte oder bildungsferne Gruppen, deren Erfahrungen von Ausschluss und eingeschränkter Teilhabe Einblicke in gesellschaftliche Ungleichheiten liefern. Ziel des Projekts ist es, die heterogenen Sichtweisen Jugendlicher sichtbar zu machen und daraus Implikationen für politische Bildung und demokratisches Engagement abzuleiten.


Zugehörigkeiten und politische Haltungen postmigrantischer Jugendlicher

Projektleitung: Doris Lindner
Projektmitarbeit: Eva Sattlberger, Susanne Kink-Hampersberger, Aleksandra Wierzbicka 
Laufzeit: 2024-2027

Das Projekt nutzt den Begriff des Postmigrantischen als explorativen Analyserahmen, um die Erfahrungen von Jugendlichen in Österreich zu beleuchten, die selbst oder deren Eltern Migrationserfahrungen haben. Im Fokus steht, wie sie Zugehörigkeiten aushandeln, soziale Zuschreibungen Bedeutung verleihen und ihre politische Positionierung entwickeln. Mittels qualitativer Gruppengespräche wird untersucht, welche Erfahrungen ihr Empfinden von Teilhabe und Ausschluss prägen und welche Orientierungen sie im Hinblick auf demokratische Prozesse und politische Partizipation entwickeln.


Lebenswelten 2025 - Einstellungen und Werte von Jugendlichen in Österreich

Gemeinschaftsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Österreichs
Gesamtprojektleitung: Gudrun Quenzel (PH Vorarlberg)
Projektverantwortung KPH: Doris Lindner, unter Mitarbeit von Werner Hemsing
Laufzeit: 2023 – 2026

Die Jugendstudie zu den Werthaltungen junger Menschen in Österreich gibt einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren in ganz Österreich. Sie untersucht, wie sich Einstellungen und Werte junger Menschen seit 2020 verändert haben, insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie, globaler Krisen wie Krieg und Klimawandel sowie gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Studie beleuchtet unter anderem, wie Jugendliche ihre schulische Ausbildung wahrnehmen, wie sie ihre Freizeit gestalten, welche Erwartungen sie an ihre zukünftigen Berufe haben und wie sie das Zusammenleben verschiedener Kulturen einschätzen. Ziel ist es, die konkreten Vorstellungen, Prioritäten und Werte dieser Altersgruppe sowie ihre Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben und Lebensplanung sichtbar zu machen.


Cultural Collisions Vienna (Dialog Wissenschaft und Kunst)

Projektleitung: Laurenz Katamay (TU Wien)
Projektverantwortung KPH: Doris Lindner, unter Mitarbeit von Eva Sattlberger
Kooperation mit: TU Wien, PH Wien, mumok, Technisches Museum Wien
Laufzeit: 2023 – 2025

Cultural Collisions ist ein international erprobtes, interdisziplinäres Kunst- und Wissenschaftsvermittlungsformat, das Schüler:innen mittels eines künstlerisch-kreativen Zugangs ermöglicht, sich mit komplexen Themen und Konzepten in der Wissenschaft und Kunst auseinanderzusetzen und entsprechende Kompetenzen zu erwerben. Dabei ist erstens die Annahme leitend, dass eine frühzeitige Annäherung an Wissenschaft (durch Bearbeitung der Themen im Unterricht, durch Workshops, Ausstellungen und Begegnungen mit Wissenschafter:innen und Künstler:innen) Bildungsweg und Studienwahl positiv beeinflusst, und zweitens, dass dadurch in Folge dem Nachwuchsmangel in den MINT-Berufen nachhaltig entgegengewirkt wird.

Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, stereotype Vorstellungen, die zu Pauschalurteilen und verfestigten Annahmen über Berufs- und Rollenbilder im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich führen, zu entkräften und mittels alternativer Zugänge und Bildungsangebote eine langfristige Einstellungs- und Verhaltensänderung bei Schüler:innen (insbesondere bei jungen Frauen) zu bewirken.

Die KPH Wien/Krems entwickelt und begleitet die pädagogische Arbeit mit Hilfe evaluativer Maßnahmen über die gesamte Laufzeit. 

Links: 

https://www.tuwien.at/cultural-collisions
Auftakt zu Cultural Collisions an der TU Wien: https://youtu.be/2CimQ-k3P_Y


Schule ohne Diskriminierung (Kohlhammer Verlag, Reihe: Brennpunkt Schule)

Projektleitung: Doris Lindner
Laufzeit: 2021 – 2024

Mit dem vorliegenden Buch soll eine verständliche Einführung zu den Ausprägungen, Ursachen und Folgen von Diskriminierung im (deutschsprachigen) Erziehungs- und Bildungssystem verfügbar gemacht werden. Der Fokus liegt dabei auf den Schulen und den institutionellen Bildungsübergängen. Das Buch richtet sich vorwiegend an Lehrer:innen und alle Multiplikator:innen, die in Bildungsinstitutionen bzw. in der freien Jugendarbeit mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten und Diskriminierung als soziale Konstruktion sowohl auf individueller und institutioneller Ebene als auch als gesellschaftliches Phänomen reflektieren möchten. Das Buch zielt damit zum einen auf die wissenschaftliche Fundierung bildungspolitscher, menschenrechtlicher und pädagogischer Diskurse und Entscheidungen; zum anderen sollen in den letzten Kapiteln Anregungen zum pädagogischem Engagement gegen Diskriminierung zur Verfügung gestellt werden.


Menschenrechtsbildung und ihre Umsetzung an Wiener Pflichtschulen

Projektleitung: Doris Lindner
Laufzeit: 2021 – 2024

Schule soll im Sinne der Menschenrechte Orientierung vermitteln, kritische Beurteilung ermöglichen und gesellschaftliches Engagement fördern. Diese Bereiche lassen sich den gängigen Aufgabenfeldern der Menschenrechtsbildung zuordnen: Lernen über, durch und für die Menschenrechte. Mit Hilfe der Vermittlung der Menschenrechte soll die Wahrscheinlichkeit von Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen verringert werden. Zentral für die Menschenrechtsbildung ist ein konzeptionelles Deutungswissen, das Schüler*innen den Sinngehalt und die innere Logik von menschenrechtsgefährdenden bzw. -behindernden und menschenrechtsfördernden Institutionen, Ordnungsmodellen, Denkweisen und Handlungen einschließlich der damit verbundenen Kontroversen erschließt. Auf den Erwerb der Kompetenzen soll im Rahmen der schulischen Bildung hingearbeitet werden. Das Forschungsziel einer Evaluation der Umsetzung von Menschenrechtsbildung an Wiener Pflichtschulen wird als Querschnittsaufgabe verstanden und folgt einem qualitativen Zugang sowie der Fokussierung unterschiedlicher Zielgruppen. Dabei soll vor allem die (1) Ebene der Lehrpläne, Lern-/Lehrziele, Leitbilder, Standards und (2) die prozessuale Ebene des Unterrichts evaluiert werden. Die qualitative Analyse wird durch die Erhebung von Good Practices zur Menschenrechtsbildung ergänzt.


Männer als Primarstufenlehrer: Im Spannungsfeld zwischen Anerkennung und Zuschreibung

Projektleitung: Michael Holzmayer
Projektmitarbeit: Reinhard Feldl, Marie Gitschthaler, Doris Lindner, Franziska Lessky
Laufzeit: 2017 – 2025

Das Projekt greift das Thema des chancengerechten und inklusiven Zugangs zum Primarstufenlehrberuf im Zusammenhang mit der Diversitätskategorie Gender auf. Dabei ist die Frage leitend, welches Verständnis der Studienwahlentscheidung zugrunde liegt. Auf Basis einer interpretativen Auswertung biographisch-narrativer Interviews im 2. Semester und fokussierter Interviews im 6. Semester werden Berufsbilder und geschlechterbedingte Erfahrungen männlicher Studierender rekonstruiert. Im Zentrum steht zum einen die Rolle der geschlechteruntypischen Berufswahl für den berufsbezogenen Habitus der Studierenden; zum anderen ist von Interesse, inwiefern ein konstatierter Bruch mit Geschlechterstereotypen als Chance für transformatorische Bildungsprozesse gesehen werden muss, und zwar als notwendige Habitustransformation in Richtung eines professionellen Lehrendenhabitus.


Bilder von Jugendlichen zu Flucht und geflüchteten Menschen. Über den Umgang mit Fremden

Projektleitung: Doris Lindner
Laufzeit: 2017 – 2019

Die Integration von geflüchteten jungen Menschen in das Schulsystem nimmt zweifellos noch immer eine Sonderstellung ein. Dabei ist einerseits die Frage relevant, wie sich die dadurch gestiegene Bildungsnachfrage und -beteiligung auf schulische Strukturen auswirken und wie Erziehung und Bildung angesichts dieser veränderten Rahmenbedingungen gelingen kann. Andererseits interessiert die Frage, wie Prozesse sozialer Interaktion, Verständigung und Aushandlung, in denen andere als Fremde konstruiert und symbolische Grenzen markiert werden, von Interesse. Ziel des Projektes ist es, differenzierte Aspekte der Situation in Schulen darzustellen. Dazu werden in einem ersten Teilprojekt Sichtweisen von Schüler_innen auf Flucht und Geflüchtete erhoben. Die Gruppengespräche sollen Einblicke darüber geben, welche Wahrnehmungen, Einstellungen und Haltungen Schüler_innen zum Thema haben und wie sie ein Zusammenleben in der Schule gestalten (möchten).


Religiöse Diversität und Schule

Projektleitung: Doris Lindner, Edda Strutzenberger-Reiter
Projektmitarbeit: Alfred Garcia Sorbreira-Majer, Ingrid Kromer, Robert Schelander
Kooperation: Universität Wien, Institut für Religionspädagogik der Evangelisch-Theologischen Fakultät
Forschungspartner: NMS in Wien
Laufzeit: 2014 – 2018

Religiöse Diversität ist in der Schule auf unterschiedlichen Ebenen bedeutsam, etwa in der Religiosität der Beteiligten, der Verankerung verschiedener Religionen im Schulleben oder im zwischenmenschlichen Umgang mit religiöser Pluralität. Dies ist allerdings kaum im expliziten Wissen der schulischen Akteur:innen verankert. So werden religiöse Diversität und Pluralität in der Schule möglicherweise aus Angst vor Konflikten oder aufgrund negativen Einstellungen Religion gegenüber zwar mitunter wahrgenommen, jedoch kaum thematisiert. Diesen Überlegungen folgend ist es das Anliegen aufzuzeigen, wie (1) religiöse Diversität exemplarisch an einer Schule wahrgenommen wird und (2) wie ein adäquater pädagogischer Umgang mit ihr in den unterschiedlichen Dimensionen gestaltet werden kann.


Kinderarmut in Grundschulen: Wahrnehmungen, Deutungen und Handlungsorientierungen Lehrender 

Projektleitung: Ingrid Kromer, Doris Lindner
Kooperation: VS in Wien 16
Laufzeit: 2014 – 2016

In der wissenschaftlichen Diskussion um Kinderarmut zeigt sich, dass die anfänglichen objektiven Ansätze in der Kinderarmutsforschung (Ressourcenansatz, Lebenslagenkonzept) mehr und mehr durch eine subjektive Sicht Betroffener ergänzt wurden. Gemeinsam ist den Ansätzen, dass sie Armut mehrdimensional definieren und sich zunehmend von der Auseinandersetzung mit den negativen Folgen hin zu der Erforschung von subjektspezifischen Ressourcen bewegen. Die Armut von Kindern und Jugendlichen ist wegen ihrer multidimensionalen Ausprägung und den damit einhergehenden Einschränkungen in den verschiedenen Lebensbereichen gerade auch für den schulischen Kontext und den handelnden Akteur:innen von Bedeutung. 

Ein Blick auf empirische Forschungsarbeiten zu Kinderarmut im deutschsprachigen Raum zeigt, dass dieses vielschichtige Phänomen in der Grundschule und in der Allgemeinen Pädagogik lediglich als Randthema diskutiert wird. Die Studie möchte folglich Kinderarmut in der Schule in den Blick nehmen und wissenssoziologisch aufzeigen, welches Deutungswissen Lehrer:innen über Armut besitzen und wie es ihr Handeln im Umgang mit als 'arm' eingstuften Schüler:innen leitet.