Nachlese: Kunst im öffentlichen Raum

Studierende erkundeten feministische und gesellschaftspolitische Perspektiven in Wien.

Studierende bei der Exkursion zu Kunst im öffentlichen Raum in Wien

© privat, Anne Glassner

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Bildnerische Erziehung: Ästhetische, kunstdidaktische und gestaltungspraktische Vertiefung 2 fand am 24. April 2026 mit der Gruppe w_prim8_wpf_be4 eine Exkursion zu Kunst im öffentlichen Raum in Wien statt. Im Zentrum standen künstlerische Positionen von Frauen sowie feministische und gesellschaftspolitische Fragestellungen.

Der Rundgang begann im Arkadenhof der Universität Wien mit der Installation „Der Muse reichts“ von Iris Andraschek. Die Arbeit regte zur Auseinandersetzung mit tradierten Rollenbildern und der Darstellung weiblicher Figuren in der Kunstgeschichte an. Ein weiterer Programmpunkt war das Judenplatz Holocaust Memorial von Rachel Whiteread. Das Mahnmal eröffnete Fragen zu Erinnerungskultur, öffentlichem Gedenken und der künstlerischen Bearbeitung historischer Traumata im Stadtraum.

Am Karlsplatz besuchten die Studierenden die soziale Skulptur „Kaorle am Karlsplatz“ von Margot Pilz. Besonders eindrucksvoll war die persönliche Begegnung mit der Künstlerin. Performative Beiträge von Studierenden der Kunstuniversität Linz sowie eines Margot-Pilz-Fanclubs machten die Idee der sozialen Skulptur unmittelbar erfahrbar. Anschließend wurde die Arbeit „Maaaaash!“ von Folke Köbberling besichtigt. Die Skulptur thematisiert Konsumverhalten, Ressourcenverbrauch und Mobilität und regte zur Reflexion über Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Werte an.

Den Abschluss bildete ein Besuch in der Albertina mit der Führung „Care Matters“. Die Ausstellung präsentierte feministische Positionen, die sich mit Fürsorge, Arbeit und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen. In einem anschließenden Workshop gestalteten die Studierenden Geschirrtücher mit eigenen Statements und führten die zuvor diskutierten Inhalte kreativ weiter.

Die Exkursion bot einen vielschichtigen Einblick in künstlerische Praktiken im öffentlichen Raum Wiens. Sie verband theoretische Reflexion mit unmittelbarer ästhetischer Erfahrung und eröffnete den Studierenden neue Zugänge zu Kunst, Gesellschaft und deren Wechselwirkungen.

Text: MMAg. Anne Glassner

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