Am Freitag, 20.3., starteten die Lehrveranstaltungen „Grundlagen schulseelsorglichen Handelns“ und „Spirituelle und ästhetische Elemente / Rituale“ mit einer ökumenischen Exkursion, um unterschiedliche christliche Spiritualitäten anhand konkreter Kirchenräume kennenzulernen. Evangelische, katholische und orthodoxe Studierende des Schwerpunkts und des Hochschullehrgangs Religion erkundeten gemeinsam zunächst die Reformierte Stadtkirche (Dorotheergasse 16). Pfarrerin MMag. Réka Juhász gab Einblicke in reformierte Spiritualität, Theologie und Kirchenraum. Die reduzierte Ausstattung, das Fehlen von bildlichen Darstellungen sowie die klare Ausrichtung auf die Kanzel regten zur Diskussion über die wortzentrierte Spiritualität an.
Anschließend bot der Stephansdom als bedeutende katholische Kathedrale einen völlig anderen Zugang zu einer sinnlich geprägten Form der Spiritualität. Ein besonderer Schwerpunkt lag hier auf unterschiedlichen Kreuzdarstellungen, die im Kirchenraum zu finden sind. Aktuell sind im gesamten Kirchenraum Kunstwerke des kürzlich verstorbenen österreichischen Künstlers Arnulf Rainer ausgestellt, die Bezüge zum christlichen Kreuz aufweisen. Unter fachkundiger Führung von Florian Bauchinger erkundeten die Studierenden im Kirchenschiff, aber auch in der Schatzkammer des Domes, wie diese Darstellungen jeweils verschiedene theologische Akzente setzen – etwa zwischen leidensbetonten und auferstehungsorientierten Perspektiven. In Verbindung damit wurde auch die Bedeutung der Fastenzeit thematisiert, in der das Kreuz als zentrales Symbol des christlichen Glaubens besonders in den Fokus rückt. Die kunstvolle Gestaltung des Doms und seine spirituelle Atmosphäre machten diese Inhalte auf eindrucksvolle Weise erfahrbar.
Am Abend wurde im Curhaus am Stephansplatz die gemeinsame Arbeit fortgesetzt. Im Seminar zu „Schulseelsorge“ wurde – begleitet von den Lehrenden Daniel Seper, Monika Solymár und P. Ilias Papadopoulos – der Fokus auf religiöse Feiern und ökumenische Gottesdienste in der Schule gelegt. Die lebendigen Diskussionen zeigten, dass die Studierenden großes Interesse an gemeinsamen Begegnungen hatten und diese als bereichernd für die ökumenische Zusammenarbeit sowie für die differenzierte Wahrnehmung unterschiedlicher religiöser Ausdrucksformen erlebten.
Die Exkursion ermöglichte den Studierenden, theoretische Inhalte aus dem Studium praktisch zu vertiefen. Durch den direkten Vergleich der beiden Kirchenräume gewannen sie wertvolle Einblicke in die Vielfalt christlicher Ausdrucksformen und reflektierten ihre Bedeutung für Schule und Religionsunterricht.
Text: Monika Solymár, Daniel Seper


