Das diesjährige Novemberpogromgedenken stand im Zeichen eines Handlungsaufrufs des Erinnerns für das Hier und Heute.
Vizerektor Dr. Andreas Weissenbäck eröffnete die Veranstaltung mit eindringlichen Worten. Er stellte aktuelle Fragen nach der eigenen Verantwortung, nach der Auseinandersetzung mit der Tätergeschichte und zitierte eine plastische Zeugenaussage des Grauens über die Kindertransporte, die noch "die Glücklichen" waren, da es den Kindern - wenn auch unter unsagbaren Schmerz- das Überleben sicherte. Er verwies auch auf die Bedeutung von Symbolen und Denkmälern, gerade, weil der zunehmende Verlust von Zeitzeug:innen einen Übergang vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis markiert.
In einem Video-Essay sprach Prof. Galib Stanfel über Erinnerung und Verantwortung – und stellte die Frage, welche Bedeutung das Erinnern heute in Bildung und Gesellschaft hat.
Die Veranstaltung beleuchtete die Rolle von Pädagog:innen und Studierenden im Umgang mit Geschichte, Verantwortung und Zivilcourage. Im Mittelpunkt stand die Fluchtgeschichte innerhalb der Shoah. Besonderes Augenmerk galt der Geschichte von Ingeborg „Susi“ Guttmann, einer Überlebenden der Shoah. Ihre Geschichte wurde von ihrem Sohn (zweite Generation) und ihrer Enkeltochter (dritte Generation) weitergetragen und bot einen berührenden Einblick in die familiäre Weitergabe von Erinnerung – und die Verantwortung, diese lebendig zu halten und als Handlungsaufruf für das „Jetzt“ an Schüler:nnen und Pädagog:innen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen.
