Mit dem Standort Lacknergasse wird die KPH einen zentralen Campus in Wien bekommen — das Haus teilten sich zuletzt vier Schwestern der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe mit dem dortigen Bildungszentrum der KPH. Nun hieß es Abschied nehmen, denn die Schwestern sind ins Mutterhaus der Kongregation übersiedelt. Gemeinsam feierte man einen stimmungsvollen Gottesdienst, der auch an die lange Bildungsgeschichte des Hauses erinnerte.
Rund 140 Jahre lang hatten die Töchter der göttlichen Liebe das Leben in der Lacknergasse 87-89 geprägt: Hier im Herz-Marien-Kloster wurden zuletzt — in der Nachfolge der Ordensgründerin Franziska Lechner — ein Kindergarten, eine Volks- und eine Hauptschule geführt. Doch weil die Gemeinschaft der Schwestern kleiner und älter wurde, übergab man den Schulbetrieb 2017 an die Schulstiftung der Erzdiözese Wien. Die Bildungseinrichtungen wurden mit dem nahegelegenen Schulcampus Sacré Coeur Wien Währing zusammengelegt. Die lange Bildungstradition des Ortes aber lebt fort mit der KPH, die bereits seit einigen Jahren ein Bildungszentrum am Standort führt.
Geschenke mit Symbolcharakter zum Abschied
Zur feierlichen Verabschiedung war das gesamte Rektorat der Hochschule angetreten. Mit einer besonderen Geschenkeübergabe beging man gemeinsam den Wechsel: Sr. Digna Blochberger, lange Jahre Schulleiterin der Lacknergasse und Lokaloberin, schenkte der KPH Dinge, die symbolisch für das gute Miteinander von Schwestern und Hochschule, aber auch für gelebten Glauben und für Verwurzelung stehen. KPH-Rektorin Ulrike Greiner tat ein Gleiches und überreichte mit Vizerektor Andreas Weissenbäck den Schwestern ebenfalls einige mit Bedacht ausgewählte Geschenke. Darunter etwa eine Taschenlampe – als augenzwinkernde Erinnerung an die abendlichen Kontrollrunden der Schwestern.
Im Anschluss an den Gottesdienst sprach Sr. Digna im Namen der Schwestern ein herzliches Dankeswort und würdigte dabei die zahlreichen Wegbegleiter:innen aus den vielen Jahren in der Lacknergasse. Sie erinnerte auch an die Fortführung der Bildungstradition an diesem Ort. Als "Pilger der Hoffnung" freuen sich die Schwestern demnach darüber, dass nun die Kirchliche Pädagogische Hochschule das ehemalige Kloster übernimmt und das pädagogische Wirken der Kongregation somit fortgesetzt wird. "Wir bleiben den Zielsetzungen der KPH auf dem Fundament der christlichen Werte zutiefst verbunden", so Sr. Digna.
Rektorin: "Haltung verbindet uns"
Auch die Rektorin der KPH drückte nach dem Gottesdienst noch einmal ihre große Wertschätzung aus: "Im Namen der Hochschule bedanke ich mich bei den Schwestern sehr herzlich für alles, was sie an diesem Ort geschaffen und getragen haben", so Greiner. “Bildung war für die Schwestern stets mehr als reine Wissensvermittlung: Sie war Begleitung, Ermutigung und Hinführung zu einem gelingenden Leben. Diese Haltung verbindet uns. In den letzten Jahren waren wir mit unserem KPH-Bildungszentrum in der Lacknergasse bereits Teil dieser langen Bildungstradition. Nun dürfen wir die Geschichte fortschreiben mit einer zeitgemäßen Lehrerinnen- und Lehrerbildung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.”
KPH soll 2028 übersiedeln
Mit der Lacknergasse bekommt die KPH Wien/Niederösterreich einen zentralen Campus in Wien: Der Lehr- und Lernbetrieb soll im Herbst 2028 vom derzeitigen Standort Strebersdorf in den 18. Wiener Gemeindebezirk übersiedeln. Der neue Campus Wien-Währing ist als abwechslungsreicher Ort des Lehrens, Lernens und Begegnens geplant. Das bestehende Bildungszentrum der KPH in der Lacknergasse wird dafür in den kommenden Jahren umfassend saniert und um einen modernen An- und Neubau erweitert. Bis zum Umzug bleibt der Studienbetrieb in Strebersdorf aufrecht.
Die feierliche Festmesse zur Verabschiedung der Schwestern zelebrierte Delegat Nikolaus Krasa in der Pfarre St. Josef-Weinhaus. Konzelebriert wurde die Messe von P. Michael Zacherl SJ, P. Arkadiusz Zakreta CM (Dechant) und P. Norbert Rodt. Für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgte der Chor Weinhaus unter der Leitung von Eva Flieder gemeinsam mit Heinz und Christoph Kasparovsky an der Kirchenorgel. Neben Vertreter:innen des Schulamtes und der Schulstiftung der Erzdiözese Wien sowie der Kirchlichen Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Niederösterreich nahmen auch viele Anrainer:innen und die eine oder andere ehemalige Schüler:in an der Feier teil.





