Eröffnung und Podiumsdiskussion
Nach einer musikalischen Einstimmung eröffneten Michaela Waldherr und Roland Bernhard gemeinsam mit dem Rektorat den Studientag. Als thematischer Ausgangspunkt diente ein von Rektorin Ulrike Greiner am 1. September 2025 im Standard veröffentlichter Artikel, in dem sie die Frage aufwarf, ob wir im Bildungsbereich tatsächlich das Richtige tun. Diese Impulsfrage bildete den Rahmen für die weiteren Überlegungen. Anders als bei ähnlichen Veranstaltungen wurde nicht mit einer Keynote begonnen, sondern mit einer Podiumsdiskussion, in der unterschiedliche Stakeholder aus dem Bildungssystem Impulse für die Hochschule gaben. Damit wurde bewusst ein Zeichen der Wertschätzung für die Schulpraxis gesetzt und hervorgehoben, dass die Hochschule im Bereich Schulentwicklung in erster Linie der schulischen Praxis zu dienen sucht.
Auf dem Podium teilten hochkarätige Vertretende unterschiedlicher Institutionen ihre Perspektiven: Barbara Pitzer, Leiterin der Abteilung für Qualitätsentwicklung im Bildungsministerium, Ulrike Mangl, Leiterin des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Wien, sowie Ute Zechner-Gjeci, Schulqualitätsmanagerin im Fachstab der Bildungsdirektion Niederösterreich. Aus der Schulpraxis brachten Doris Pfingstner, Direktorin der Staatspreisschule Modulare Mittelstufe Aspern und die junge Lehrerin und KPH-Studentin Julia Lechner ihre Perspektiven ein. Ergänzt wurden die Beiträge durch Karl Aubert Frey, Fachinspektor für Katholische Religion, und Nadim Marzaweh, Fachinspektor für Islamische Religion und Leiter der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung.
Generell wurde betont, dass die Hochschule eine zentrale Rolle als Motor von Schulentwicklung einnimmt. Immer wieder wurde auf die bereits gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der KPH und der Praxis verwiesen, die in vielen Projekten und Initiativen spürbar wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass erfolgreiche Schulentwicklung nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen kann. Deshalb war der Ruf nach gemeinschaftlichem Handeln ein roter Faden durch die gesamte Diskussion: Hochschulen, Schulen, Bildungsdirektionen und das Ministerium müssen ihre Kräfte bündeln, um nachhaltige Entwicklungsprozesse anzustoßen und langfristig abzusichern.
Interaktiver Austausch und Keynote
Ein weiteres Highlight war der interaktive Austausch aus den Instituten und Zentren der KPH Wien/NÖ, der die Vielfalt der Aktivitäten im Bereich Schulentwicklung an der KPH Wien/NÖ sichtbar machte. Vertretende aus unterschiedlichen Bereichen präsentierten Projekte und Schwerpunkte, die zeigten, wie breit das Engagement der Hochschule in diesem Bereich angelegt ist. Von innovativen Lehr- und Lernkonzepten über praxisnahe Forschungsarbeiten bis hin zu konkreten Unterstützungsangeboten für Schulen wurde ein Panorama eröffnet, das zum Mitdenken und Weiterentwickeln anregte.
Daran anschließend setzte der Schweizer Niels Anderegg mit seiner Keynote „Teacher Leadership als Motor von Schulentwicklung“ einen besonderen Impuls. Er verdeutlichte, dass Lehrpersonen selbst entscheidende Tragende von Veränderungsprozessen sind und dass nachhaltige Schulentwicklung dann gelingt, wenn Lehrkräfte Verantwortung übernehmen, ihre Expertise einbringen und im Team wirksam werden. Moderiert von Wolfgang Ellmauer entstand ein Dialog, der dazu ermutigte, die Rolle von Teacher Leadership auch im eigenen schulischen Umfeld neu zu reflektieren.
Open Space und Resümee
Am Nachmittag bot der Open Space den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich noch stärker einzubringen. Ausgehend von Impulsen des Zentrums Schulentwicklung wurden mehrere Gesprächsrunden eröffnet, die frei gewählt werden konnten. In einer offenen und konstruktiven Atmosphäre wurde diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und Handlungsideen für die Praxis entwickelt. Die Ergebnisse wurden auf Taskcards dokumentiert und bleiben damit auch über den Studientag hinaus sichtbar und weiter nutzbar.
Zum Abschluss zog Vizerektor Weissenbäck ein positives Resümee. Musikalische Beiträge des Vokalensembles rundeten den Tag ab und setzten einen stimmungsvollen Schlusspunkt. Der Studientag zeigte, dass Schulentwicklung nur im Zusammenspiel gelingen kann. Die gemeinsame Arbeit an Ideen und die vielfältigen Perspektiven machten den Tag zu einem bereichernden Impuls für die weitere Zusammenarbeit.
