Vortrag: Persönlichkeitsbildung stärkt Resilienz

Im Rahmen der ECVA-Konferenz 2025 präsentierten Dr. Lena Cataldo-Schwarzl und Prof. Dr. Roland Bernhard erste Ergebnisse einer aktuellen qualitativen Studie mit 77 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Psychologinnen und Psychologen aus ganz Österreich. Die Studie wurde im Rahmen des EU-geförderten Projekts Bounce Back durchgeführt und beleuchtet, wie schulische Persönlichkeitsbildung gezielt zur Förderung von Resilienz und Charakterstärken beitragen kann.

© Lena Cataldo-Schwarzl

Immer mehr Fachleute betonen die Bedeutung schulischer Persönlichkeitsbildung für das psychische Wohlbefinden junger Menschen. In einer Zeit, in der psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen, richtet sich der Blick verstärkt auf die Frage, wie Schule präventiv und stärkend wirken kann. Vor diesem Hintergrund liefert eine aktuelle qualitative Studie mit 77 Expertinnen und Experten aus ganz Österreich wertvolle Einblicke: Was braucht es aus fachlicher Sicht, damit Kinder seelisch widerstandsfähiger aufwachsen können? Und welche Rolle spielt dabei Persönlichkeitsbildung im Schulalltag?

Besonders betont wurden von den Befragten die Bedeutung des Aufbaus vertrauensvoller Beziehungen, die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und der niedrigschwellige Zugang zu psychologischer Unterstützung. „Wenn wir wollen, dass Kinder psychisch gesund aufwachsen, müssen wir in der Schule nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch psychoedukative Elemente fest verankern“, so Bildungspsychologin Lena Cataldo-Schwarzl, eine der beiden Studienleiter:innen. Die Befragten sprechen sich für eine stärkere Integration von Psychoedukation in den Unterricht aus und fordern mehr Zeit für soziales Lernen – zentrale Anliegen, die für eine ganzheitliche Schulentwicklung im Sinne von Persönlichkeitsbildung sprechen. 

Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig aus therapeutischer Sicht Persönlichkeitsbildung in der Schule ist: „Diese Studie legt nahe, dass psychische Gesundheit und Persönlichkeitsbildung aus Sicht von Expert:innen Hand in Hand gehen. Wir müssen junge Menschen in ihrer ganzen Persönlichkeit stärken, und wie das gehen kann, dazu gibt es sowohl international als auch in Österreich viele gute und skalierbare Beispiele.“

Das Forschungsprojekt Bounce Back wird in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion Wien und internationalen Partner:innen umgesetzt und zielt auf die Entwicklung einer Life Skills Pädagogik, die in österreichischen und ungarischen Schulen implementiert wird, sowie praxisnaher Konzepte für resilienzfördernde Schulentwicklung. 

Der Vortrag auf der ECVA-Konferenz wurde von den Teilnehmenden mit großem Interesse aufgenommen und unterstreicht den Bedarf an einer strukturellen Verankerung von Persönlichkeitsbildung im österreichischen Bildungssystem.

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