Persönlichkeitsbildung: Erfolgreiche Konferenz

Vom 24. bis 26. Juni 2025 fand in Wien die internationale ECVA-Konferenz zur Persönlichkeitsbildung statt, veranstaltet von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich in Kooperation mit der University of Birmingham und der Universität Trnava. Im Zentrum stand die Frage: „What makes a life of flourishing?“ – also: Was macht ein gelingendes Leben aus – und wie kann Bildung, insbesondere durch Persönlichkeitsbildung, dazu beitragen?

© Roland Bernhard

Mehr als 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrpersonen und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger aus 23 Ländern nahmen an der Konferenz teil. Zusätzlich besuchten über 50 Interessierte die Side Events, die gezielt für ein breiteres Fachpublikum geöffnet waren.

Eröffnet wurde die Konferenz von Prof. Dr. Roland Bernhard und Rektorin Prof. Dr. Ulrike Greiner (beide KPH Wien/NÖ) sowie Dr. Martin Brestovanský (Trnava University, Slowakei). Die Veranstaltung stand unter dem Ehrenschutz von Bildungsminister Christoph WiederkehrWiens Bürgermeister Michael Ludwig und NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Unterstützt wurde die Konferenz durch das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sowie durch mehrere engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, denen das Thema Persönlichkeitsbildung ein persönliches Anliegen ist.

Ein besonderes Zeichen europäischer Wertschätzung war die Videobotschaft der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, die sich mit einer persönlichen Grußbotschaft an die Konferenzteilnehmenden wandte: Video ansehen

Prof. Dr. Roland Bernhard, Gastgeber der Konferenz fasst zusammen: „Diese Konferenz hat gezeigt, dass Persönlichkeitsbildung kein Randthema mehr ist, sondern zunehmend als zentrale Aufgabe von Schule, Bildungspolitik und Forschung verstanden wird – national wie international. Es war beeindruckend zu sehen, wie stark das gemeinsame Anliegen – junge Menschen zu stärken, ihre Charakterstärken zu fördern und sie auf ein gelingendes Leben vorzubereiten – Menschen aus 23 Ländern verbunden hat. Die Konferenz war ein kraftvolles Zeichen dafür, dass Europa in Bildungsfragen nicht nur verwalten, sondern gestalten kann.“

Internationale Impulse von der OECD

Ein Höhepunkt der Konferenz war der hochkarätig besetzte OECD-Block mit den beiden Keynotes von: 

  •  Andreas Schleicher (Direktor für Bildung, OECD): Video ansehen
  • Michael Stevenson (Senior Advisor OECD, Co-Chair Global Education Leaders Partnership): Video ansehen

Beide betonten eindrucksvoll, dass „Flourishing“ – also ein ganzheitliches, gelingendes Leben – zum zentralen Ziel zukünftiger Bildungspolitik werden müsse. Persönlichkeitsbildung gewinne dabei zunehmend an Relevanz. Michael Stevenson wies darauf hin, dass im Jahr 2029 erstmals auch „Flourishing“ im Rahmen der PISA-Tests erfasst werden könnte – ein klares Zeichen für den internationalen Paradigmenwechsel in Richtung ganzheitlicher Bildung.

Side Event: Schulischer Turnaround durch Persönlichkeitsbildung

Ein weiterer Höhepunkt war das öffentliche Side Event mit den beiden britischen „Turnaround-Direktoren“ Gary Lewis und Chris Clyne, das auf großes Interesse bei Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten stieß.

Beide zeigten eindrucksvoll, wie durch konsequente Persönlichkeitsbildung an Schulen in herausfordernden sozialen Lagen signifikante Leistungsverbesserungen erreicht werden konnten:

  •  Chris Clyne, der derzeit über 60 Brennpunktschulen in Großbritannien leitet, berichtete, wie eine Schule unter seiner Leitung von den 1% mit den niedrigsten Leistungen im Land in wenigen Jahren zu den 1% der leistungsstärksten Schulen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler wurde.
  • Auch Gary Lewis wurde als Schulleiter zweimal für die „second most improved secondary school“ in England ausgezeichnet. Beide sind heute als internationale Berater für Bildungsministerien, Schulleitungen und Schulen weltweit tätig und aktive Mitglieder der Association for Character Education (ACE).

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Akademische Exzellenz und internationale Forschungsperspektiven

Insgesamt wurden auf der Konferenz über 60 wissenschaftliche Beiträge (Papers) sowie fünf Keynotes präsentiert. Die hohe Qualität der Beiträge wurde von den Teilnehmenden durchgehend hervorgehoben.

Neben zahlreichen Professorinnen, Professoren und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Ländern wie Argentinien, Mexiko, den USA, Kanada, England, Italien, Litauen, der Slowakei, den Niederlanden und Hongkong (unter vielen anderen)  war auch eine Delegation des Bildungsministeriums aus Singapur vor Ort. Die Delegation besuchte herausragende österreichische Schulen im Bereich der Persönlichkeitsbildung und stellte im Rahmen der Konferenz ihr erfolgreiches Programm zu Citizenship and Character Education vor.

Die KPH Wien/NÖ war mit mehreren Vorträgen prominent vertreten:

Roland Bernhard und Evelyn Kropfreiter präsentierten mit ihrem Team Ergebnisse aus dem internationalen Forschungsprojekt TEPACE („Teachers’ and Parents’ Perspectives on Character Education in Europe“). In diesem Projekt arbeiten über 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 11 Ländern zusammen, um empirische Daten zu Perspektiven auf Persönlichkeitsbildung in Europa zu erheben.

  • Lena Cataldo-Schwarzl stellte mit Roland Bernhard Ergebnisse einer qualitativen Studie mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vor. Im Mittelpunkt standen dabei deren Perspektiven auf die Frage, wie Kinder durch gezielte Interventionen Resilienz und Charakterstärken aufbauen können.
  • Julia Lechner, Masterstudentin der KPH Wien/NÖ, präsentierte ein Paper im Rahmen des TEPACE-Projekts, das auf ihrer Masterarbeit basiert. Sie untersuchte die Einstellungen österreichischer schulischer Führungskräfte zur Persönlichkeitsbildung.

Breite Beteiligung und große mediale Resonanz

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungsdirektionen und Ministerien und Verantwortliche für Schulentwicklung nahmen aktiv an den verschiedenen Konferenzformaten teil und bereicherten die Veranstaltung durch ihre Beiträge und lebendigen Diskussionen.

Begleitet wurde die Konferenz von einer Pressekonferenz, die unter anderem zu einem Fernsehbeitrag im ORF sowie zu zahlreichen Artikeln in Print- und Onlinemedien führte. Laut einer Deep-Media-Analyse erreichten diese Beiträge mehrere Millionen Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum – ein bedeutender Schritt, um Persönlichkeitsbildung als zentrales Thema für die Bildungszukunft in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.

Ein besonderer Dank gilt dem lokalen Organisationsteam sowie allen Mitwirkenden, die durch ihren großen Einsatz diese international herausragende und inspirierende Veranstaltung ermöglicht haben. 

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