Rom Organisation wissenschaftliches Symposium

Roland Bernhard von der Fachstelle Forschung Schulentwicklung und Leadership organisierte im Rahmen des von ihm geleiteten Forschungsprojekts Teachers and Parents Perspectives on Character Education in Europe (TEPACE) ein Symposium bei der European Character Virtues Association Conference in Rom am 27.06.2024, an dem 23 Personen aus acht verschiedenen Ländern teilnahmen (Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Lettland, Polen, Slowakei, Spanien).

© Roland Bernhard

Die Einführung von Charakterbildung in Schulen ist evidenzbasierte Schulentwicklung, wie aktuelle Metaanalysen belegen. In an der KPH Wien/Krems durchgeführten Forschungsproejekten wird dem Rechnung getragen. Roland Bernhard von der Fachstelle Forschung für Schulentwicklung und Leadership organisierte im Rahmen des Forschungsprojekts Teachers and Parents Perspectives on Character Education in Europe (TEPACE) ein Symposium bei der European Character Virtues Association Conference in Rom am 27.06.2024 an dem 23 Personen aus acht verschiedenen Ländern teilnahmen (Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Lettland, Polen, Slowakei, Spanien).

Das von Roland Bernhard geleitete TEPACE Projekt untersucht die Einstellungen zur Charakterbildung unter Eltern und Lehrkräften in elf europäischen Ländern mittels qualitativen und quantitativen Methoden. Auf dem Symposium präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht teilnehmenden Ländern die ersten Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Erhebungen in ihren jeweiligen Ländern vor rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 

Insgesamt wurden bisher etwa 15.000 Fragebögen in den teilnehmenden Ländern zurückgesendet. Es zeigt sich, dass sowohl Eltern als auch Lehrkräfte im Allgemeinen stark für schulische Charakterbildung eintreten. Ein interessantes Ergebnis in mehreren Ländern besteht darin, dass Eltern glauben, Lehrkräfte würden akademische Leistungen für wichtiger halten als Charakterbildung, während Lehrkräfte ihrerseits denken, dass den Eltern akademische Leistungen wichtiger seien als die Persönlichkeitsentwicklung in der Schule. Beide Gruppen halten de facto aber die Charakterbildung für wichtiger. Dieses Missverständnis wird im Rahmen des Forschungsprojekts weiter untersucht.

Die Daten für Österreich wurden von Evelyn Kropfreiter (Universität Salzburg und KPH Wien/Krems), Roland Bernhard (KPH Wien/Krems) und Tiarnach McDermott (Universität Oxford) präsentiert. Auch in Österreich zeigt sich, dass Eltern (n=2.240) und Lehrkräfte (quantitativ: n=256, qualitativ: n=25) sich stark für schulische Persönlichkeitsbildung aussprechen. Manche Eltern äußerten im offenen Teil des Elternfragebogens die Sorge, dass durch Persönlichkeitsbildung Werte vermittelt werden könnten, die ihren eigenen Familienwerten widersprechen, oder dass Persönlichkeitsbildung starken zeitgeistigen Schwankungen unterliegen könnte. Charakterbildung sollte daher auf universell akzeptierten Werten beruhen. Die neo-aristotelische Tugendethik, die Charakterstärken wie Mut, Dankbarkeit, Großzügigkeit und Gerechtigkeit betont, schlägt universelle und in allen Kulturen und Religionen akzeptierte Tugenden vor, die in der Schule angebahnt werden könnten. Diese Theorie bietet im 21. Jahrhundert einen Zugang, der in von starker Diversität geprägten Umgebungen weltweit in Schulen Anklang findet und in unterschiedlichen Kulturen und Religionen anschlussfähig ist. 

Das Team Österreich

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