Confronting religious violence

Kritische Auseinandersetzung mit religiös motivierter Gewalt

Ein Tag des interreligiösen Dialogs und der klaren Worte

© KPH, Taschl-Erber

Unter diesem Titel fand am 25.2.2021 der 4.Tag des interreligiösen Dialogs der KPH Wien/Krems im Online-Format statt. Die Veranstaltung, die sich auch als Beitrag zu SDG 16 „Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern“ verstand, war eine kritisch reflektierende Reaktion auf den islamistischen Terrorakt vom 2.11.2020 in Wien.

Die Hochschullehrenden der KPH Wien/Krems setzten sich aus ihrer jeweiligen religiösen Perspektive mit dem Zusammenhang von Religion und Gewalt auseinander: Awi Blumenfeld stellte das Buch „Not in God’s Name“ von Rabbi Jonathan Sacks vor. Dieser sah mit Berufung auf die Torah den besten Weg zum Frieden darin, im Gesicht des Fremden Gott selbst zu entdecken. Franz Graf-Stuhlhofer betrachtete Terror-Attentate der letzten Jahrzehnte, bei denen oft ein christlicher Bezug genannt wird. Inwieweit es einen solchen Bezug gab, sollte aber sorgfältig überprüft werden, denn manchmal wird voreilig von einem „evangelikalen“ oder „christlich-fundamentalistischen“ Attentäter gesprochen. Gernot Galib Stanfel legte dar, dass für das Verständnis und die Interpretation der Quellen im Islam (Koran, Hadithe) das traditionelle Wissen um die Richtlinien dafür notwendig ist, damit sie nicht missbräuchlich interpretiert werden. Karin Ertl führte in die ethischen Grundlagen des Buddhismus ein. Auch wenn diese nach dem Vorbild Buddhas Achtsamkeit, Mitgefühl und Gewaltlosigkeit fordern, sind dennoch Buddhist*innen nicht frei davon gewesen, sich an Gewalt und Krieg zu beteiligen. Auch für Alevit*innen ist Gewaltausübung aufgrund ihres Menschenbilds und ihrer Friedensethik grundsätzlich ausgeschlossen. Dennoch gab es Herrscher, die ihre Macht missbrauchten und den Geboten zuwiderhandelten.

Die Referate förderten eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema religiös motivierter Gewalt und führten zuletzt zu klaren Worten: Die Teilnehmer*innen verabschiedeten ein gemeinsames Statement:

Statement des 4. Tags des interreligiösen Dialogs an der KPH Wien/Krems am 25.2.2021
Confronting religious violence. Kritische Auseinandersetzung mit religiös motivierter Gewalt. Ein Beitrag zu SDG 16 „Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern“